Einen gesegneten Samstag!
Gerade las ich in Apostelgeschichte 28. Paulus war zu Unrecht angeklagt worden, war ausgepeitscht worden und hatte schon ein paar Jahre im Gefängnis hinter sich. Jetzt befand er sich als Gefangener auf dem Weg nach Rom, wo das Gerichtsverfahren gegen ihn vor dem Kaiser fortgeführt werden sollte. Als sie in Rom ankamen, rief er nach drei Tagen die Leiter der jüdischen Gemeinde zusammen, um ihnen zu erklären, dass er an den Messias Jesus glaubte. Von da an predigte er regelmäßig in dem Haus, in dem er festgehalten wurde.
Ist Paulus nicht ein zu Unrecht angeklagter Gefangener, ein Opfer böser Menschen, die ihm das Leben schwer machen? Da wäre es absolut verständlich gewesen, wenn Paulus erstmal Zeit gebraucht hätte, zur Ruhe zu kommen. Sich um sich selbst zu kümmern. Bis er hoffentlich irgendwann wieder freigelassen würde. Und dann nach ein paar Wochen oder Monaten Erholung hätte er ja mal vorsichtig versuchen können, sich wieder von Jesus gebrauchen zu lassen. Stattdessen tat er auch als Gefangener in Rom das, wozu Gott ihn schon vor langem beauftragt hatte: er erzählte von Jesus. Sofort. Mitten in der Gefahr. Trotz Ungerechtigkeit. Trotz widriger Umstände.
Ich finde es wunderbar, wie Paulus Gott an die erste Stelle setzt und ihm dient – egal, was sonst los ist. Wir sind nicht alle beauftragt, solche Missionsreisen zu unternehmen wie Paulus. Und wir werden nicht alle in Lebensgefahr kommen oder zu Unrecht vor Gericht gestellt werden. Aber auch wir können und sollen Gott dienen, für andere Menschen ein Segen sein, anderen von unserem Leben mit Gott erzählen. Gott möchte uns gebrauchen.
Nun gibt es sicher auch in deinem und meinem Leben Widrigkeiten, die uns erstmal von Gott ablenken wollen. Schwierigkeiten, die ziemlich viel Aufmerksamkeit verlangen. Manchmal rückt dann die Liebe zu Gott in den Hintergrund. Der Hunger nach Zeit mit Gott und nach seinem Wort verblasst und erst recht die Motivation sich von ihm gebrauchen zu lassen und für andere Menschen ein Segen zu sein. Erstmal muss ich mich ja um mich und meine Probleme kümmern, oder?
Paulus braucht das irgendwie nicht. Er akzeptiert die Umstände, wie sie sind, und lebt weiter seine Beziehung zu Gott! Er setzt Gott an die erste Stelle, nicht die Probleme. Das möchte ich mehr und mehr lernen!
„Setzt euch zuerst für Gottes Reich ein und dafür, dass sein Wille geschieht. Dann wird er euch mit allem anderen versorgen.“ (Matthäus 6,33)
Seid gesegnet
Melanie
