Regeln reichen nicht

Einen gesegneten Samstag!

Letzten Samstag schrieb ich, dass wir lieber Gott gehorchen sollten, als menschlichen Traditionen zu folgen. Gerade las ich einen Text, der sehr gut dazu passt:

„Jesus ging in den Tempel. Dort jagte er die Händler und Käufer hinaus; die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenverkäufer stieß er um. […] Zur Erklärung rief Jesus den Menschen zu: »Ihr wisst doch, was Gott in der Heiligen Schrift sagt: ›Mein Haus soll für alle Völker ein Ort des Gebets sein‹, ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht!«“ (Markus 11,15-17)

Gott hatte den Tempel erbauen lassen, damit Menschen ihm dort begegnen. Im Lauf der Zeit war das Tempelleben mit vielen menschlichen Traditionen gefüllt worden. Händler machten im Tempel ihre Geschäfte mit Opfertieren. Geldwechsler verdienten dort ihren Lebensunterhalt. Und die Menschen dachten, wenn sie brav dort ihr Geld wechselten und dort ihr Opfertier kauften, stünden sie vor Gott gut da. Die Begegnung mit Gott war nebensächlich geworden.

Und was tat Jesus? Er stieß die Verkaufstische um, trieb die Händler samt ihren Tieren hinaus und sprach Klartext. Er war wütend und traurig. Ihm ging es nicht darum, dass die Menschen im Tempel ihr Geld in die richtige Währung für die (menschengemachte) Tempelsteuer wechselten, sondern darum, dass sie Gott suchten.

Im Mittelalter war in der katholischen Kirche ähnliches passiert. Es gab unzählige menschengemachte Regeln. Die Menschen dachten, zwischen ihnen und Gott sei alles in Ordnung, wenn sie diese befolgten! Dadurch verpassten viele eine innige Beziehung zu Gott!

Wir leben weder zurzeit des Tempels noch im Mittelalter. Aber auch heute denkt manch einer, er müsse nur genügend Regeln befolgen, damit er vor Gott gut dasteht: in der Bibel lesen, freundlich sein, genug beten, Geld spenden, mitarbeiten. Das sind alles gute Dinge. Aber dadurch entsteht nicht notwendigerweise eine Beziehung zu Gott. Die entsteht nicht durch das Befolgen von Regeln, sondern dadurch, dass ich ganz persönlich Gott suche.

Nimm dir heute Zeit dafür!

Sei gesegnet

Melanie

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