Liebe oder Gericht

Einen gesegneten Samstag!

Wenn ich mich am Samstagmorgen hinsetze, um eine Andacht zu schreiben, weiß ich häufig noch nicht, worüber ich schreibe. Ich möchte mich von Gott inspirieren lassen. Manchmal setze ich mich mit dem Wunsch an den Laptop: „Heute möchte ich über Gottes Liebe schreiben, über seine Gnade, über seine Größe. Etwas richtig ermutigendes!“ Manchmal fühle ich mich dann auch frei das zu tun. Aber es gibt auch Samstage an denen ich mich gedrängt fühle, eher von Gottes Heiligkeit zu schreiben. Davon, dass er sich von uns Gehorsam wünscht. Das kommt nicht bei allen gut an. Auch viele Leser wünsche sich eher ermutigende Impulse von Gottes Liebe und Güte.

Als ich gerade darüber nachdachte, was heute dran sein könnte, musste ich an die Propheten in der Bibel denken. Ich habe vor kurzem Jesaja und Jeremia gelesen. Diese Männer kannten Gott, seine Größe und Herrlichkeit, seine Liebe und Barmherzigkeit. Und ich denke, dass sie den Menschen gerne davon erzählten. Trotzdem schickte Gott sie meistens mit Botschaften von Gericht und Zerstörung zum Volk. Das war alles andere als ermutigend. Aber es war zu der Zeit einfach dran, weil so vieles im Argen lag.

Einmal betete Jeremia:

„Denn sooft ich das Wort ergreife, muss ich schreien: ‚Gewalt und Zerstörung erwarten euch!‘ Deine Botschaft bringt mir nichts als Hohn und Spott.“ (Jeremia 20,8)

Es gibt Zeiten, in denen es dran ist, von Gottes Größe und Liebe zu schreiben oder zu reden. Das gilt für Gemeinde, bei Online-Andachten, privat. Es gibt aber auch Zeiten, in denen es dran ist, Tacheles zu reden. Da muss angesprochen werden, dass Gott manche Dinge einfach nicht gutheißt. Dass wir uns von Gott abgewandt haben. Dass falsche Traditionen sich eingeschlichen haben. Und dass Gott all das nicht einfach so hinnimmt. Das war bei den Propheten so und das ist auch heute noch so.

Wie ist das bei dir? Ist es für dich ok, auch mal über Gottes Heiligkeit, über Gericht, über Sünde nachzudenken? Oder denkst du lieber nur über den liebenden Gott nach, der deine Gebete erhören soll? Beides ist wichtig. Gott ist Liebe. Aber er ist auch heilig. Das eine können wir nicht vom anderen trennen.

Seid gesegnet

Melanie

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